Fertigfutter: Das Ding mit der Rohasche

Der Rohaschegehalt, muss neben Rohfett, Rohprotein, Rohfaser auf jedem Futtermitteletikett angegeben werden. Der Feuchtegehalt ist nicht bei allen Futtermitteln vorgeschrieben, da er, zum Beispiel bei Trockenfutter, ohnehin nur bei maximal 14% liegen darf. Im Durchschnitt liegt die Feucht bei Trockenfutter bei 7-8 %. Die Werte werden übrigens mit Hilfe eines Standardverfahrens ermittelt, sie nennt sich Weender Analyse.

Um jetzt den Rohaschegehalt eines Futtermittels zu bestimmen, wird die Probe unter bestimmten festgelegten und für jede Probe gleichen Bedingungen in einem Muffelofen einige Stunden auf 550 Grad erhitzt. Organische Bestandteile überleben diese Temperaturen nicht und verbrennen rückstandslos, Das einzige, was diesen Temperaturen standhält, sind Mineralstoffe und Metalle. Über unser Futtermittel sagt das Vermuffeln also aus, wie hoch der Gehalt an Mineralstoffen ist.

Muskelfleisch hat zum Beispiel einen Rohaschegehalt von unter 1%, auch Innereien enthalten nur maximal 1,4% Rohasche, bei Obst und Gemüse ist der Rohascheanteil etwas höher, übersteigt die 2% Marke im Durchschnitt aber auch nicht. Getreide liegt mit durchschnittlich 2,5% auch nicht viel höher. Kleie, also die Randschichten des Getreides, weisen schon höhere Werte von um die 5% aus. Knochen, Hufe, Horn (auch Hornmehle) und Haut und auch Tiermehle weisen natürlich höhere Werte von um die 30% auf, da sie viele Mineralstoffe (zum Beispiel Knochen=u.a. Kalzium, etc.) enthalten. Auch Mineralstoffmischungen selbst haben natürlich sehr hohe Rohaschewerte.

Dummerweise können auch Verunreinigungen wie etwa Sand oder Staub den Rohaschegehalt in die Höhe treiben. Wenn man es nun ganz genau wissen wollen würde, müsste man die Mineralien in Salzsäure auflösen, alles, was sich nicht in der Salzsäure löst, ist dann der „echte“ Mineralstoffgehalt.

Für Fertigfutter (egal ob Trocken oder Nass), bedeutet ein hoher Rohaschegehalt, dass ein hoher Anteil an minderwertigen fleischlichen Futtermitteln verwendet wurde oder hohe Anteile pflanzlicher Erzeugnisse/Nebenerzeugnisse, auch zugesetzte Mineralstoffe können den Rohaschegehalt erhöhen.

Bei getrockneten Knabberartikeln ist ein hoher Rohaschegehalt ganz „normal“.  Ein Knochen ohne nennenswerte Fleischanteile enthält viele Mineralstoffe, auch getrockneter Fisch weist hohe Rohaschegehalte auf. Wenn man Hühnerhälse und Entenhälse im getrockneten Zustand vergleicht, so liegen die Rohaschegehalte der Hühnerhälse meistens über denen der Entenhälse, da diese verhältnismäßig mehr Fleisch und Fett enthalten als Hühnerhälse, Fett und Fleisch aber nur mit geringen Rohaschewerten aufwartet.

 

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